Supplement-Wissenschaft

9 Min. Lesezeit

BSCG-Zertifizierung: Was das Siegel für Athleten bedeutet

BSCG vergibt fünf Siegel, aber nur BSCG Certified Drug Free ist für Athleten mit Dopingkontrollen gemacht. Was jedes Siegel abdeckt und warum die Charge zählt.

Varsity Stack Team
BSCG-Zertifizierung: Was das Siegel für Athleten bedeutet

Varsity Stack arbeitet jetzt offiziell mit der Banned Substances Control Group, besser bekannt als BSCG, an deren Programm Certified Drug Free zusammen: der einzigen BSCG-Zertifizierung, die für Athleten mit Dopingkontrollen entwickelt wurde, und der einzigen, die Varsity Stack anzeigen wird.

Diese Eingrenzung ist Absicht, und sie verdient eine Erklärung, weil Zertifizierung an sich eine Erklärung verdient. Wer Dopingkontrollen unterliegt, muss bei der Wahl eines Nahrungsergänzungsmittels mehr tun, als die Zutatenliste auf dem Etikett zu lesen.

Ein Produkt kann eine Substanz enthalten, die nie auf dem Etikett stand. Die Herstellungspraxis unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb. Und nach dem Grundsatz der Strict Liability, also der verschuldensunabhängigen Haftung, bleibt auch eine unbeabsichtigte Aufnahme einer verbotenen Substanz in der Verantwortung des Athleten.

Genau diese Lücke sollen unabhängige Zertifizierungsprogramme verkleinern. BSCG verbindet jahrzehntelange Erfahrung aus dem Anti-Doping-Labor mit Produkttests, der Prüfung der Herstellungsqualität und einer Zertifizierung, die Athleten und Verbrauchern zu besser informierten Entscheidungen bei Supplements verhelfen soll.

Von der olympischen Dopinganalytik zur Supplement-Zertifizierung

Die Geschichte von BSCG führt mitten durch die Entwicklung der modernen Dopingbekämpfung im Sport.

Dr. Don Catlin gründete 1982 das UCLA Olympic Analytical Laboratory, das erste Anti-Doping-Labor für den Sport in den USA, und leitete es 25 Jahre lang. Er verantwortete die Dopingkontrollen bei mehreren Olympischen Spielen, beginnend mit Los Angeles 1984, sowie für die NCAA (den Dachverband des US-Hochschulsports), die NFL und die Major League Baseball. Aus seiner analytischen Forschung stammen viele der Tests, mit denen leistungssteigernde Mittel bis heute nachgewiesen werden, darunter die Arbeit am Designersteroid THG, das im Zentrum des BALCO-Falls stand. [1]

Mit der Zeit ließ sich ein zweites Problem nicht mehr übersehen. Athleten kamen nicht nur durch bewusste Einnahme mit verbotenen Substanzen in Kontakt. Sie kamen auch über Nahrungsergänzungsmittel damit in Kontakt.

2004 gründete Dr. Catlin BSCG gemeinsam mit seinem Sohn Oliver Catlin und Ryan Connolly, einem Anwalt für Anti-Doping-Recht und Zivilprozesse. Die Idee: das Wissen aus der Dopinganalytik weiter vorn in der Kette einzusetzen, in der Supplement-Branche, und Produkte vorab zu zertifizieren, statt Verunreinigungen erst zu untersuchen, wenn ein Athlet bereits eine positive Dopingprobe abgegeben hat. [1][2]

Oliver Catlin, Präsident und Mitgründer der Banned Substances Control Group, der BSCG 2004 gemeinsam mit seinem Vater Dr. Don Catlin gründete, dem Gründer des ersten Anti-Doping-Labors für den Sport in den USA, 1982 an der UCLA

Oliver Catlin, Präsident und Mitgründer von BSCG. Foto mit freundlicher Genehmigung von BSCG.

Nicht jedes BSCG-Siegel bedeutet dasselbe

BSCG betreibt fünf Zertifizierungsprogramme. Im Regal sehen sie ähnlich aus, sie beantworten aber sehr unterschiedliche Fragen. Zu wissen, welches Siegel du vor dir hast, macht den Unterschied zwischen einer aussagekräftigen Prüfung und trügerischer Sicherheit.

Nur eines der fünf beantwortet die Frage, die sich ein Athlet mit Dopingkontrollen tatsächlich stellt. Genau für dieses sind wir die Partnerschaft eingegangen.

BSCG Certified Drug Free

Das ist das Flaggschiff und das einzige Programm, das gezielt für Athleten mit Dopingkontrollen entwickelt wurde.

Der Testkatalog umfasst mehr als 450 Wirkstoffe, darunter über 400 Substanzen von der WADA-Verbotsliste sowie mehr als 50 verschreibungspflichtige, rezeptfreie und illegale Verbindungen, die im Sport nicht verboten sind, aber von der US-Arzneimittelbehörde FDA oder von Compliance-Programmen des Handels ins Visier genommen wurden. Bei fertigen Supplements wird jede Produktionscharge getestet, dazu kommen eine laufende Qualitätsprüfung und die Möglichkeit stichprobenartiger Käufe aus dem Handel. [3]

Die Zertifizierung geht außerdem über das Screening auf verbotene Substanzen hinaus. Sie umfasst die Prüfung von Inhaltsstoffen und Lieferanten, toxikologische Gesichtspunkte, Qualitätskontrollen in der Herstellung sowie die regelmäßige Überprüfung von Etikettenangaben und Verunreinigungen. [3]

Dieser Unterschied wiegt schwerer, als er klingt. Eine Etikettenprüfung kann dir nur sagen, ob ein aufgeführter Inhaltsstoff nach einem Problem aussieht. Ein Labortest sagt dir, was wirklich in der Dose ist, einschließlich dessen, was der Hersteller nie deklariert hat.

Die anderen vier BSCG-Programme

Die übrigen vier Programme sind echt und nützlich, aber keines ersetzt Certified Drug Free, und keines ist Teil unserer Partnerschaft. Es lohnt sich, sie zu kennen, damit ein Siegel, das richtig aussieht, nicht mit dem richtigen verwechselt wird.

BSCG Certified Quality zielt auf Produktqualität und Verbraucherschutz, nicht auf den Sport. Die teilnehmenden Produkte werden jährlich getestet: Geprüft werden die Identität der Inhaltsstoffe und die Etikettenangaben, dazu kommt ein Screening auf Umweltkontaminanten wie Schwermetalle, Pestizide und mikrobiologische Erreger, zusätzlich zu demselben Testkatalog mit mehr als 450 Wirkstoffen. Hersteller müssen sich alle zwei Jahre einem GMP-Audit unterziehen. [4] BSCG zieht die Grenze selbst, und Athleten sollten sie genau lesen: Das Programm Certified Quality ist nicht für den Schutz von Athleten, Militärangehörigen oder Einsatzkräften ausgelegt. [4] Eine Charge pro Produkt und Jahr ist ein Verfahren zur Qualitätskontrolle. Eine Anti-Doping-Absicherung Charge für Charge ist es nicht.

BSCG Certified CBD testet jede Charge eines fertigen Hanf- oder CBD-Produkts gegen den kompletten Testkatalog mit mehr als 450 Wirkstoffen, ergänzt um Cannabinoid-Tests, die die CBD-Angaben und die Grenzwerte für die THC-Tagesdosis überprüfen. Jede zehnte Charge wird zusätzlich auf Umweltkontaminanten untersucht. [5] Trotzdem gilt: Athleten sollten sich an die Regeln ihres eigenen Verbands halten und mit ihrer sportmedizinischen Betreuung oder ihrer Ernährungsberatung sprechen, bevor sie solche Produkte überhaupt verwenden.

BSCG Certified GMP zertifiziert die Fabrik, nicht die Dose. BSCG führt alle zwei Jahre ein Audit vor Ort durch, gemessen an den Abschnitten von 21 CFR 111, der Herstellungsvorschrift der FDA für Nahrungsergänzungsmittel, und stellt ein Zertifikat für den geprüften Betrieb aus. [6] Dieses Siegel wird von allen am häufigsten falsch gelesen. Ein GMP-zertifizierter Hersteller ist nicht dasselbe wie ein Produkt mit Certified Drug Free. Gute Prozesse senken die Wahrscheinlichkeit eines Problems. Die Charge in deiner Hand testen sie nicht.

BSCG Certified Facility baut auf GMP auf. Das Programm verbindet GMP-Konformität auf Betriebsebene mit einer Risikoprüfung der Inhaltsstoffe und laufenden Stichprobentests fertiger Produkte auf Etikettenangaben, Umweltkontaminanten und verbotene Substanzen. [7] Stichproben aus der Produktion eines Betriebs sind aber immer noch nicht jede Charge eines bestimmten Produkts.

Die fünf BSCG-Zertifizierungsprogramme und was jedes abdeckt: Certified Drug Free zum Schutz von Athleten, jede Charge wird auf mehr als 450 Wirkstoffe getestet, Certified Quality für Produktqualität mit jährlicher Prüfung von Etikettenangaben und Verunreinigungen, Certified CBD für Cannabinoid-Produkte mit Prüfung des CBD- und THC-Gehalts in jeder Charge, Certified GMP für die Herstellungspraxis mit einem Betriebsaudit vor Ort alle zwei Jahre und Certified Facility für betriebsweite Aufsicht, die GMP mit stichprobenartigen Produkttests verbindet

Warum die Chargennummer zählt

Jetzt kommt der Punkt, der am häufigsten übersprungen wird und dann am teuersten ist.

Die Zertifizierung gilt für eine bestimmte Produktionscharge, nicht für einen Markennamen.

Bei Certified Drug Free wird jede Charge des fertigen Produkts getestet. Die zertifizierten Produkte und Chargennummern stehen in einer öffentlichen BSCG-Datenbank, die sich nach Charge, Produkt, Marke oder Kategorie durchsuchen lässt. BSCG sagt es unmissverständlich: Es ist entscheidend zu überprüfen, dass eine konkrete Charge zertifiziert und getestet wurde. [3][9]

Es ist also ein echter Unterschied, ob du fragst:

„Ist diese Marke von BSCG zertifiziert?“

oder ob du fragst:

„Ist genau dieses Produkt und genau diese Charge abgedeckt?“

Eine Marke kann die Zertifizierung für eine Produktlinie haben und für eine andere nicht. Ein Produkt kann zertifiziert sein, während die Dose in der Sporttasche aus einer Charge stammt, die nie eingereicht wurde. Für eine Ernährungsabteilung, die Hunderte Produkte für einen ganzen Kader im Blick behalten muss, liegt genau in dieser Lücke das eigentliche Risiko.

Zertifizierung senkt das Risiko. Sie beseitigt es nicht.

Keine Zertifizierung sollte Athleten als Erlaubnis verkauft werden, das Denken einzustellen.

Die NCAA, der Dachverband des US-Hochschulsports, ist da sehr direkt. Es gibt keine von der NCAA genehmigten Nahrungsergänzungsmittel. Supplements können verbotene Substanzen enthalten, die nicht auf dem Etikett stehen. College-Athleten haben auf diesem Weg ihre Startberechtigung verloren, und selbst Tests durch unabhängige Dritte können das Risiko nicht vollständig ausschalten. Athleten werden angewiesen, jedes Produkt vor der Einnahme mit dem zuständigen Betreuerteam durchzugehen. [8] Das Prinzip dahinter ist nicht auf die USA beschränkt: Auch unter dem WADA-Code bist du selbst für alles verantwortlich, was in deiner Probe gefunden wird.

Am besten versteht man Zertifizierung als zusätzliche Schicht unabhängiger Belege. Sie steht neben der Prüfung durch Verein oder Verband und neben der Eigenverantwortung des Athleten und ersetzt keine von beiden.

Warum wir nur bei Certified Drug Free Partner sind

Varsity Stack zeigt einem Athleten genau eine Sache über die Zertifizierung eines Produkts: ob es von einem Programm, das jede Charge testet, auf verbotene Substanzen geprüft wurde. Ein grünes Zeichen in der App beantwortet exakt eine Frage: Wurde dieses Produkt Charge für Charge auf verbotene Substanzen getestet? Das senkt das Risiko einer positiven Dopingprobe, ohne es zu beseitigen, und das Zeichen muss genau das weiterhin bedeuten.

Von den fünf BSCG-Programmen beantwortet nur Certified Drug Free diese Frage. Certified Quality testet eine Charge pro Jahr, und BSCG sagt selbst ausdrücklich, dass es nicht für den Schutz von Athleten gedacht ist. Certified GMP und Certified Facility zertifizieren eine Fabrik. Certified CBD deckt eine Kategorie ab, die Athleten vor jeder Verwendung mit ihrem eigenen Verband und ihrem Betreuerteam klären sollten. Würden wir eines davon unter demselben Zeichen zeigen, wäre das Zeichen weniger wert, und an einem Siegel im Regal kann ein Athlet nicht erkennen, welches der fünf er vor sich hat.

Deshalb ist die Partnerschaft auf Certified Drug Free begrenzt, und Varsity Stack wird die anderen vier BSCG-Siegel nicht als Zertifizierung anzeigen. Denselben Maßstab legen wir an jedes Programm an: NSF Certified for Sport und Informed Sport sind aus demselben Grund in der App, und Programme, die Qualität statt verbotener Substanzen prüfen, sind es nicht.

Certified Drug Free in Varsity Stack

Unsere Arbeit mit BSCG dient einem größeren Ziel: verlässliche Informationen zu Supplements genau in dem Moment bereitzustellen, in dem man sie wirklich braucht. Meistens ist das der Moment, in dem man in der einen Hand eine Dose hält und in der anderen das Handy.

Heute muss ein Athlet dafür wissen, dass es fünf verschiedene BSCG-Programme gibt, verstehen, welches davon für den Sport gilt, die richtige Datenbank finden und von Hand bestätigen, dass das Produkt vor ihm zu einem zertifizierten Eintrag passt. Die meisten Athleten machen das nicht. Die meisten Betreuer haben nicht die Zeit, es 300 Mal zu machen.

Varsity Stack arbeitet daran, diese Prüfung in einen einzigen Supplement-Ablauf einzubinden. Ein Athlet scannt ein Produkt. Das Betreuerteam sieht, was die Athleten tatsächlich nehmen. Der Status Certified Drug Free wird Teil der Prüfung, neben Inhaltsstoffen, Produktdetails und der Freigabe durch das Team, statt eine Extra-Aufgabe zu bleiben, die niemand erledigt.

Wenn Informationen auf Chargenebene Teil dieses Ablaufs werden, lautet die Frage, die ein Athlet in zehn Sekunden beantworten kann, nicht mehr „Ist dieses Supplement zertifiziert?“, sondern „Ist genau dieses Produkt und genau diese Charge zertifiziert?“

Diese Genauigkeit sollten Athleten und Ernährungsteams im Sport erwarten dürfen.

Über die Partnerschaft

Varsity Stack und BSCG arbeiten offiziell zusammen, um Informationen zur Zertifizierung BSCG Certified Drug Free in der Supplement-Verwaltung für Athleten leichter zugänglich zu machen. Die Partnerschaft umfasst ausschließlich das Programm Certified Drug Free. Mehr über BSCG und alle Zertifizierungsprogramme erfährst du auf bscg.org.

Lade Varsity Stack herunter, um die Produkte zu prüfen und zu erfassen, die du wirklich nimmst, oder fordere Zugang für dein Team an.


Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Sprich mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson, einer anerkannten Ernährungsfachkraft oder den für Regelfragen zuständigen Personen in deinem Verein oder Verband, bevor du mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beginnst. Tests durch unabhängige Dritte senken das Risiko, können aber weder garantieren, dass ein Supplement für einen bestimmten Athleten geeignet ist, noch jedes Risiko ausschließen. Bei Fragen zu den Regeln eines bestimmten Sportverbands wende dich an die dort zuständige Stelle für Regel- und Anti-Doping-Fragen.

Quellen

  1. BSCG, Don Catlin, M.D., CSO and Co Founder: bscg.org
  2. BSCG, Drug Testing and Supplement Certification: bscg.org
  3. BSCG, Certified Drug Free Certification and Testing for Banned Substances: bscg.org
  4. BSCG, Certified Quality Identity and Label Claim Certification: bscg.org
  5. BSCG, Certified CBD Details and Process: bscg.org
  6. BSCG, Certified GMP Certification, Compliance and Auditing: bscg.org
  7. BSCG, Certified Facility GMP, Quality and Banned Substance Certification for Manufacturers: bscg.org
  8. NCAA, FAQs About NCAA Banned Substances and Medical Exceptions Procedures: ncaa.org
  9. BSCG, Certified Drug Free Database: bscg.org

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