Athletengeschichten

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Dopingfalle Multivitamin: Der Fall Kicker Vencill

Ein verunreinigtes Multivitamin brachte Schwimmer Kicker Vencill zwei Jahre Sperre. Die Dopingfalle Nahrungsergänzungsmittel: Warum Etikett lesen nicht reicht.

Varsity Stack Team
Dopingfalle Multivitamin: Der Fall Kicker Vencill

Ein Multivitaminpräparat klingt nach einem der sichersten Produkte, die ein Athlet nehmen kann.

Für den Spitzenschwimmer Kicker Vencill wurde es zum Mittelpunkt eines Dopingverfahrens, das ihn zwei Jahre Wettkampf kostete, einen Platz bei den Panamerikanischen Spielen und die Chance auf die Olympischen Spiele 2004.

Seine Geschichte zeigt eine unbequeme Wahrheit des Leistungssports: Ein Athlet muss eine verbotene Substanz nicht wissentlich nehmen, um ihre Folgen zu tragen.

Die positive Dopingprobe

Am 21. Januar 2003 unterzog sich Vencill einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs, durchgeführt von der United States Anti Doping Agency (USADA). Seine Probe war positiv auf 19-Norandrosteron, einen Metaboliten, der mit dem verbotenen Anabolikum Nandrolon in Verbindung steht. [1]

Vencill beteuerte, nie absichtlich Steroide genommen zu haben.

Im Lauf des Verfahrens wurden Supplements, die er verwendet hatte, zur Laboranalyse geschickt. Die im Verfahren vorgelegten Tests deuteten darauf hin, dass Ultimate Nutrition Super Complete, ein gewöhnliches Multivitaminpräparat, drei Steroidvorstufen enthielt, die in dem Produkt nicht zu erwarten waren. [2]

Das Etikett gab Vencill keinen erkennbaren Grund zu der Annahme, dass er eine verbotene Substanz zu sich nahm.

Den Verstoß hob das aber nicht auf.

Strict Liability: Was in den Körper gelangt, verantwortet der Athlet

Die Dopingbekämpfung beruht grundsätzlich auf dem Prinzip der Strict Liability, der verschuldensunabhängigen Haftung. Sobald in der Probe eines Athleten eine verbotene Substanz gefunden wird, kann der Athlet dafür verantwortlich gemacht werden, unabhängig davon, ob die Substanz absichtlich verwendet wurde. [3]

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) wies Vencills Berufung ab. Die geltenden Regeln legten die Verantwortung auch dann beim Athleten, wenn eine positive Probe auf ein falsch deklariertes oder verunreinigtes Vitaminpräparat oder Nahrungsergänzungsmittel zurückging, und das Gericht setzte seine Sperre auf zwei Jahre fest, beginnend am 22. Mai 2003. [1][2]

Die Folgen reichten weit über ein positives Testergebnis hinaus. Vencill verpasste die Panamerikanischen Spiele 2003 und die US-Olympiaausscheidungen im Schwimmen 2004. Diese Chancen ließen sich nach dem Ende seiner Sperre nicht einfach nachholen. [2]

Später verklagte er den Hersteller. Im Mai 2005 sprach ihm eine Jury 578.635,34 US-Dollar zu. Das Urteil wurde anschließend aufgehoben, bevor die Parteien eine Einigung erzielten. [2][4]

Genau das macht diesen Fall so wichtig. Vencill wurde nicht vorgeworfen, ein offensichtliches Steroid oder ein extremes Bodybuilding-Produkt gekauft zu haben. Das Produkt im Zentrum des Falls war ein Multivitaminpräparat.

Mehr als 20 Jahre später besteht das Grundrisiko weiter

Die Regulierung von Supplements und die Standards in der Herstellung haben sich seit Vencills Fall weiterentwickelt. Athleten können aber immer noch nicht davon ausgehen, dass ein Produkt sicher ist, nur weil es legal ist, überall verkauft oder als natürlich beworben wird.

In den USA müssen Nahrungsergänzungsmittel nicht von der Arzneimittelbehörde FDA auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft und zugelassen werden, bevor sie auf den Markt kommen. In vielen Fällen kann ein Supplement-Hersteller ein Produkt einführen, ohne vorher eine Zulassung der FDA einzuholen. [5]

Die NCAA, der Dachverband des US-Hochschulsports, warnt ihre Athleten ausdrücklich: [6]

  • Es gibt keine von der NCAA genehmigten Nahrungsergänzungsmittel.
  • Vitamine und Mineralstoffe können trotzdem zu einer positiven Dopingprobe beitragen.
  • Supplements können verbotene Substanzen enthalten, die nicht auf dem Etikett angegeben sind.
  • College-Athleten haben nach der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ihre Startberechtigung verloren.

Ein bekannter Markenname, eine professionelle Verpackung oder eine sauber wirkende Zutatenliste ist nicht dasselbe wie ein unabhängiger Produkttest.

Warum es nicht reicht, das Etikett zu lesen

Die Prüfung der Inhaltsstoffe ist wichtig. Sie kann ein verbotenes Stimulans, eine anabole Substanz oder einen anderen riskanten Inhaltsstoff erkennen, der offen auf dem Etikett steht.

Die Etikettenprüfung hat aber eine große Schwäche. Eine Substanz, die der Hersteller nicht angegeben hat, kann sie nicht erkennen.

Was die Etikettenprüfung erkenntWas die Etikettenprüfung nicht erkennt
Offen auf dem Etikett abgedruckte InhaltsstoffeNicht deklarierte Verunreinigungen
Erkennbare verbotene SubstanzenKreuzkontamination in der Herstellung
Dosierungen und WarnhinweiseSubstanzen, die auf dem Etikett fehlen

Nicht deklarierte Substanzen können über verunreinigte Rohstoffe, Produktionsanlagen, Fehler in der Rezeptur, gefälschte Produkte oder absichtliche Beimischung in ein Produkt gelangen.

Deshalb sind unabhängige Zertifizierungsprogramme wichtig. Informed Sport gibt an, dass jede Charge eines zertifizierten Produkts vor der Freigabe auf verbotene Substanzen getestet werden muss, während NSF Certified for Sport Produktionschargen testet und Informationen zu zertifizierten Produkten veröffentlicht, die sich nach Produkt oder Chargennummer durchsuchen lassen. [7][8]

Zertifizierung macht die Einnahme von Supplements nicht völlig risikofrei, aber sie bietet eine deutlich stärkere Prüfebene, als allein einem Etikett zu vertrauen. Deshalb ist die Etikettenprüfung der erste Schritt einer Supplement-Entscheidung, nicht die ganze Entscheidung.

Eine Supplement-Prüfung in vier Schritten: erst die Etikettenprüfung, dann die Überprüfung der Zertifizierung, dann die Freigabe durch das Betreuerteam, dann die Einnahme durch den Athleten

Das Sichtbarkeitsproblem im College-Sport

Die Sportabteilungen der US-Hochschulen können die Supplements, die sie selbst einkaufen und intern ausgeben, sorgfältig prüfen. Der größere blinde Fleck beginnt dort, wo Athleten Produkte auf eigene Faust kaufen.

Ein Mitglied des Betreuerteams empfiehlt vielleicht ein zertifiziertes Produkt, während ein Athlet eine ähnlich aussehende Version einer anderen Marke kauft. Ein Athlet wechselt vielleicht Geschmacksrichtung, Rezeptur oder Charge, ohne zu merken, dass der Zertifizierungsstatus ein anderer ist. Ein anderer nimmt einen Pre-Workout-Booster, den ein Freund empfohlen hat, ohne ihn der Ernährungsberatung des Teams vorzulegen.

Ohne ein strukturiertes System verteilen sich Freigaben auf E-Mails, Textnachrichten, Screenshots und Gespräche. Das Betreuerteam hat nur begrenzten Einblick in das, was Athleten tatsächlich nehmen, und Athleten wissen womöglich nicht, wie sie genau das Produkt in ihrer Hand überprüfen können.

In dieser Lücke wächst vermeidbares Risiko.

Wie Varsity Stack Teams hilft, dieses Risiko zu senken

Varsity Stack gibt Athleten und der Ernährungsberatung im Team einen gemeinsamen Ablauf für die Supplement-Verwaltung.

Athleten können genau das Produkt scannen oder übermitteln, das sie in Betracht ziehen. Varsity Stack hilft, die Informationen zu Inhaltsstoffen und Zertifizierung zu ordnen, und leitet das Produkt zur Prüfung an das zuständige Mitglied des Betreuerteams weiter. Dieses kann es freigeben, markieren, ablehnen oder eine Alternative empfehlen, und die Entscheidung bleibt dokumentiert.

Teams erhalten Einblick in Produkte, die innerhalb wie außerhalb der Sportabteilung gekauft wurden, und Athleten bekommen klarere Orientierung, bevor sie etwas in ihre Routine aufnehmen.

Varsity Stack kann Teams dabei helfen:

  • Produkt- und Zertifizierungsinformationen an einem Ort zu überprüfen.
  • Offen aufgeführte riskante oder verbotene Inhaltsstoffe zu erkennen.
  • Zu bestätigen, ob der Athlet das richtige Produkt oder die richtige Rezeptur gewählt hat.
  • Unklare Produkte an qualifizierte Mitglieder des Betreuerteams weiterzuleiten.
  • Freigaben, Ablehnungen, Notizen und empfohlene Alternativen zu dokumentieren.
  • Im Blick zu behalten, was Athleten nach der Freigabe nach eigenen Angaben nehmen.
  • Athleten in dem Moment aufzuklären, in dem sie eine Kaufentscheidung treffen.

Varsity Stack stellt keine Supplements her, zertifiziert sie nicht und testet sie nicht im Labor. Es kann auch nicht garantieren, dass ein Produkt nur das enthält, was auf seinem Etikett steht. Keine Softwareplattform kann das Risiko einer nicht deklarierten Verunreinigung ausschalten.

Die Position der USADA ist eindeutig: Weil sich der Inhalt von Supplements nicht garantieren lässt, kann ein Athlet nur dann jedes Risiko durch Supplements ausschließen, wenn er keine Supplements verwendet. [9]

Der Zweck von Varsity Stack ist es, Athleten und Teams zu besser informierten Entscheidungen zu verhelfen, unabhängig zertifizierten Produkten den Vorrang zu geben und zersplitterte Kommunikation durch einen dokumentierten Prüfablauf zu ersetzen.

Die Lehre aus dem Fall Kicker Vencill

Vencills Geschichte ist nicht einfach eine Warnung vor einem Unternehmen oder einer verunreinigten Dose. Sie zeigt ein umfassenderes Versagen:

  • Der Athlet vertraute einem gewöhnlichen Produkt.
  • Das Etikett ließ das eigentliche Risiko nicht erkennen.
  • Die verbotene Substanz gelangte trotzdem in seinen Körper.
  • Die Anti-Doping-Regeln machten ihn trotzdem verantwortlich.
  • Der Nachweis der Verunreinigung brachte ihm die verpassten Wettkämpfe nicht zurück.

Athleten sollten nicht jedes Mal zu Experten für Supplement-Tests werden müssen, wenn sie einen Laden betreten oder online einkaufen. Ernährungsfachkräfte im Sport sollten nicht Hunderte Einzelentscheidungen über Screenshots und Textnachrichten steuern müssen.

Die sicherste Entscheidung beginnt, bevor das Supplement eingenommen wird.

Produkt scannen. Zertifizierung überprüfen. Betreuerteam einbinden. Entscheidung dokumentieren.

Das ist der Standard, den Varsity Stack für jeden Athleten und jedes Team möglich machen will.

Lade Varsity Stack herunter, um die Produkte zu prüfen und zu erfassen, die du wirklich nimmst, oder fordere Zugang für dein Team an.


Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Sprich mit einer qualifizierten medizinischen Fachperson, einer anerkannten Ernährungsfachkraft oder den für Regelfragen zuständigen Personen in deinem Verein oder Verband, bevor du mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln beginnst. Bei Fragen zu den Regeln eines bestimmten Sportverbands wende dich an die dort zuständige Stelle für Regel- und Anti-Doping-Fragen.

Quellen

  1. USADA, Arbitration Ruling, Vencill, March 17, 2004: usada.org
  2. Swimming World, Kicker Vencill Wins Suit Against Nutrition Company: swimmingworldmagazine.com
  3. World Anti Doping Agency, World Anti Doping Code: wada-ama.org
  4. NutraIngredients USA, Court Vacates Contaminant Judgment Against Ultimate Nutrition: nutraingredients-usa.com
  5. FDA, Dietary Supplements: fda.gov
  6. NCAA, FAQs About NCAA Banned Substances and Medical Exceptions Procedures: ncaa.org
  7. Informed Sport, Sports Supplements Certification: sport.wetestyoutrust.com
  8. NSF Certified for Sport, Certified Products and Program Information: nsfsport.com
  9. USADA, Supplement Connect, Reduce Your Risk: usada.org

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